SVP Senioren

News von Paul Hunziker

22.07.2016

News von Paul Hunziker

Niklaus von Flüe war kein „Chlaus „

Eine Statue von Bruder Klaus, wie Niklaus von Flüe genannt wird, steht im Parlamentsgebäude in Bern. Wer kennt sie? Wer kennt überhaupt Niklaus von Flüe? Es scheint, dass viele Parlamentarier ebenso wenig über ihn wissen wie viele unserer Schweizer Lehrpersonen auch. Oder ist ihnen Bruder Klaus als Landesvater lästig, ja gar zur mahnenden Konkurrenz geworden?

Anlass, über diesen Einsiedler, Mystiker und Politiker mehr zu wissen oder zu erfahren, ist sein 600. Geburtstag im nächsten Jahr. Die Biographie des Heiliggesprochenen zu kennen und zu wissen, warum er als Schutzpatron unserer Heimat gilt, ist lohnenswert und gehört eigentlich zum geschichtlichen Grundwissen.

Nach Meinung vieler Historiker gäbe es ohne diesen Mann keine Schweiz. So ist neben vielem anderem auch der vermittelnde Einfluss von Niklaus von Flüe am Stanser Verkommnis 1481 erwiesen. Gemeint ist nicht das Vorkommnis, sondern jenes Übereinkommen und Abkommen als Verkommnis, welches zu einer Lösung im Streit zwischen „Burgrecht “ und „Landrecht “ führte! Es drohte damals der Zerfall der Eidgenossenschaft, weil es zu einem schweren Konflikt zwischen Stadt- und Landorten gekommen war. Der nicht überlieferte Rat und die geheime Botschaft des Einsiedlers verhalfen den Ratsherren, innerhalb nur zweier Stunden zu einer Lösung zu finden. Folglich wurden die Kantone Freiburg und Solothurn in einem erneuerten Bundesbeschluss in die Eidgenossenschaft aufgenommen.

Der Asket und Mystiker Niklaus von Flüe war Ratgeber auch für ausländische Staatsoberhäupter in Europa des 15. Jahrhunderts. So gehörte z.B. der Herzog von Mailand, Ludovico Sforza, damals zu den Ratsuchenden. Wie nötig hätte doch unsere Landesregierung einen solchen weisen und weitsichtigen Berater heute wieder, der dies selbstlos und um Gotteslohn tat? Heute geht es bei uns um die Frage, „eigenes Recht “ oder „fremdes Recht „. Der Ratschlag von Bruder Klaus: „Machet den Zaun nicht zu weit! “ hat genauso wenig an Aktualität verloren wie seine Aufforderung: „Mischet Euch nicht in fremde Händel! “ auch.

Jedoch: unsere helvetischen Euro-Turbos empfehlen uns selbstgefällig und für teures Steuergeld: „Reisst den Zaun ein; gebt uns in fremde Hände! “ Dümmer geht’s nümmer!

Nun wird also dieser Bruder Klaus, Schutzpatron unserer Heimat, nächstes Jahr 600 jährig, was Anlass geben muss, diesem zumindest zu gedenken. Wie in einem Presseartikel ausgeführt wird, hat der Bundesrat aber auf Anfrage aus dem Parlament informiert, dass er auf eine Gedenkfeier verzichten will. Der Grund wurde nicht angegeben. Haben wir nur noch „Chläuse “ im Bundesrat? (Dieser Begriff darf hier auch für das
weibliche Geschlecht angewendet werden, denn es schlüpfen ja auch Frauen in die Rollen von Samichlaus und Schmutzli.) Gehen sie blind an der Bruder Klaus-Statue vorbei? Sie alle, die doch sonst an jedes „Chlaustreffen “ eilen, an möglichst viele, für unser Land nicht unbedingt nützliche Feiern im In- und Ausland, sich gerne an allen möglichen Festen prostituieren und die nach Schlagzeilen zum Eigennutz lechzen.

Es war ausgerechnet ein SP-Bundesrat, welcher für die Ablehnung zuständig war. Nicht nur die Armee will abgeschafft werden, auch die Schweizer Geschichte. Der Rat von Bruder Klaus verhallt heute ungehört in den hohlen Hallen unseres Parlaments; auch in den Ohren des bundesrätlichen Oberchlauses und seiner Schmutzlis.

Übrigens: wir kennen die Schmutzlis in der Regel als dunkle, düstere, mürrische Figuren. Mit  „Schmutz „haben sie nichts zu tun, aber meistens führen sie noch einen Esel an der Hand..

Juli 2016
Paul Hunziker

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